Fachberichte


 

 

Abgestempelt ! Klassische Akupunktur als „Hokuspokus“

FALSCH !!!!

Die Akupunktur ist die älteste Therapieform der Welt und wird immer öfter von Pferde - und Hundebesitzern als Alternative heran gezogen. Die benutzte Terminologie in der chinesischen Medizin klingt für viele vorerst befremdlich, denn die Beschreibungen der Krankheiten und Heilungsformen erfolgt in der Sprache der alten Chinesen und wird auch noch heute so betitelt. Wir kennen alle Yin und Yang  doch wissen 99% der Tierbesitzer diese nicht genau zu beschreiben. Die chinesische Medizin basiert jedoch auf leicht zu verstehende Beschreibungen wenn man sein schulmedizinisches Denken ein wenig zurück schraubt wird jeder sie schnell verstehen können.

Was versteht man eigentlich unter Akupunktur?

Akupunktur bedeutet eine Reizung von klar definierten Punkten, den sogenannten Akupunkturpunkten. Hierbei  werden nervale Bahnen gezielt und selektiv funktionell angeregt oder sediert. Welche Punkte der Therapeut behandeln muss lernt er aus der Jahrtausende langen  empirischen Forschung der traditionellen chinesischen Medizin und Forschungserkenntnissen der modernen westlichen Medizin.

Akupunktur – lat. acus (Nadel) pungere ( stechen), jedoch gibt es nicht nur das einstechen in die Haut des Patienten, bei schmerzempfindlichen oder kitzeligen Tieren gibt es die Möglichkeit mit Akupressur, Laserlicht oder elektrischer Stimulation zu arbeiten.

Im Folgenden möchte ich gerne die Akupunktur traditionell chinesisch wie auch schulmedizinisch beschreiben um ein größtmögliches Verständnis des Lesers zu erzielen.

In der TCVM bezeichnet man Akupunkturpunkte als „ShuXue“. Shu bedeutet Kommunikation und Xue ist die Bezeichnung für Loch. Demnach versteht man unter einem Akupunkturpunkt ein Loch in der Haut welches mit einer anderen Körperstelle kommuniziert. Schulmedizinisch würde man hier beschreiben, dass das akupunktieren eines Punktes einen Kurzschluss in einem Nerv auslöst, welcher den Körper auf eine Stagnation (Blockade) aufmerksam macht um ihn punktuell zur Selbstheilung anzuregen. Wird diese Blockade gelöst, fließt das Qi (die Energie). Beim Patienten kann hierbei ein leichtes Kribbeln oder ein Taubheits- oder Wärmegefühl auftreten. Durch einen lokalen Streckungsreflex wird die Akupunkturnadel dann häufig vom Muskel „festgehalten“.  Hierzu möchte ich sagen, dass viele Kollegen eine Aussage tätigen welche ich persönlich nicht vertrete. Die Aussage betrifft hier das „festhalten der Nadel“ – sollte die Nadel sich nicht leicht entfernen lassen, ist das keinesfalls ein Zeichen, dass der genadelte Punkt bisher nicht gewirkt hat oder der Körper noch nicht die nötige Energie erhalten hat. Die Stimulation erfolgt bereits nach dem eintreten in die Haut. Falls sich die Nadel löst oder von allein loslässt liegt dies am steigenden Muskeltonus durch Bewegung des Hundes oder des Pferdes. Die Akupunkturbehandlung sollte daher immer an einem ruhigen Ort und ohne jegliche Art von beeinflussbarer Bewegung stattfinden.

 

Gibt es wissenschaftliche Bestätigungen zur Wirksamkeit?

 

Ja !!! Sogar einige!!!


 

Nach Jahrhunderten der praktischen und empirischen Anwendung stehen inzwischen viele moderne wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur und der Beschaffenheit der Akupunkturpunkte zur Verfügung. 

Bei den meisten morphologischen Studien haben Forscher eine hohe Dichte an Nervenfasern, Nervenendigungen oder Gefäßen im subkutanen (unter der Haut) Gewebe  nahe den Akupunkturpunkten festgestellt. Diese Gefäß- Nervenbündel sind in elektrolytisches, wasserreiches, lockeres Bindegewebe eingelagert, dass einen elektronegativen Ladungsüberschuss hat. Wird hier die Akupunkturnadel eingeführt, kommt es zu einem punktuellen Kurzschluss, hierdurch zu einer Erregung am Nerv bzw. zu einem Aktionspotenzial und damit zur Weiterleitung von Nervenimpulsen.

Unter über 70 % der Akupunkturpunkte fanden Forscher Blutgefäße die eine ausgeprägte sensorische Innervation aufweisen konnten.

2012 wurden in den USA in Verbindung mit Akupunktur MRT Bilder erstellt, diese konnten eine eindeutige Reaktion des Körpers und des Gehirns feststellen.

Ein anderes Experiment basiert auf der Behandlung von Knieschmerzen, hier gab es 3 unterschiedliche Probandengruppen. Eine Gruppe wurde mit Placebos behandelt, die andere mit schulmedizinischen Medikamenten und die letzte Gruppe mit Akupunktur. Mit Abstand gab es die besten Erfolge zur Schmerzlinderung mit der Akupunktur.


 

Doch wie genau „heilt“ Akupunktur?


 

Die Wirkung der Akupunktur beruht auf 3 wesentliche Mechanismen:

-  Neurologisch (Reflexwirkung)

-  Neurochemisch ( Anregung durch Neurotransmitter und          Endorphine)

-  Kybernetisch Wirkungskomponente (Regelmechanismus)


 

Da alle Körperfunktionen vom Ausschlag über den Husten, bis hin zur Heilung von Verletzungen durch diese oben genannten vegetativen, nervalen und hormonellen Regulationen gesteuert werden, ist es ganz eindeutig für Jedermann , dass Akupunktur bei so vielen Arten von Beschwerden regulierend eingreifen und  heilen kann.

 

 OHNE Nebenwirkungen!



 

 

 

 

Die Sache mit dem Solarium


Jeder kennt es und in fast jedem Stall hängt oder steht es… 

„Das Pferdesolarium“. Doch weiß wirklich jeder Pferdebesitzer wozu es wirklich gut ist und wie man es fachgerecht verwendet? Ein gut ausgestattetes Pferdesolarium verfügt über Infrarotlampen mit unterschiedlicher Eindringtiefe ins Gewebe. Infrarotlicht wird in 3 Bereiche aufgeteilt, IR-A, IR-B und IR-C. Infrarot A ist kurzwellig und deckt einen Bereich um 780 bis 1400 Nanometern ab. Das  mittlere Infrarot B deckt den Bereich 1400-3000 Nanometern ab während das langwellige Infrarot C  3000 Nanometern bis zu einem Millimeter abdeckt. Durch die Absorption von Wasser wird die Eindringtiefe bestimmt, während beim Infrarot-B die Eindringtiefe durch eine hohe Absorption von Wasser massiv abnimmt dringt sie beim Infrarot am tiefsten ins Gewebe ein. Beim Infrarot C findet praktisch kein eindringen ins Gewebe statt, lediglich die Hautoberfläche erwärmt sich geringfügig. Einige Hersteller versuchen durch eine gezielte Aufteilung der IR. Lampen dem natürlichen Sonnenlicht näher zu kommen. 

Handelsübliche IR .Lampen z.b aus dem Baumarkt arbeiten fast nur im IR-C Bereich.

Bei der Verwendung von Tiefenwärmestrahlern wie das IR-A wird durch Erwärmung des Gewebes der Stoffwechsel angeregt, daraus resultierend kann es zu einer Muskelentspannung beitragen. Bei der Bestrahlung im Infrarot B und C Bereich erwärmt man lediglich die umgebende Luft, welches sich als angenehm für das Pferd herausstellen kann, jedoch kein tieferes Gewebe oder Muskeln stimuliert. Zum Aufwärmen der Muskulatur für die bevorstehende Arbeit ist ein Solarium also nur bedingt geeignet, allerdings erleichtert es dem Pferd die Lösungsphase, da sich die Blutgefäße schon erweitert haben und die Durchblutung und der Stoffwechsel schon aktiv sind. Mit einer Verkürzung der Aufwärmphase hat das Solarium aber nichts zu tun!

Vor der Arbeit hat das Solarium also einen positiven Effekt – doch wie sieht das ganze nach der Arbeit aus?

Zum trocknen eines Pferdes nach der Arbeit ist ein Solarium denkbar ungeeignet! Stellt man ein verschwitztes Pferd welches in diesem Moment Wärme abtransportieren möchte unter ein wärmendes Solarium, bleibt der Effekt des Schwitzens aus! Das Pferd überhitzt  und es wird noch mehr schwitzen um die vorhandene Energie aus dem Bereich des Rückens zu transportieren, dies hat eine negative Auswirkung auf den Organismus des Pferdes. Einige Solarien verfügen jedoch über eine Fönfunktion und sorgen für den Abtransport der überschüssigen Wärme.

Empfehlenswert ist hier, dass schwitzende Pferd mit einer Abschwitzdecke einzudecken und abzuwarten bis es seine Temperatur einigermaßen reguliert hat, anschließend hilft ein 20 minütiger Gang unter das Solarium um beanspruchte Muskelgruppen zu entspannen oder das Pferd nach dem auskühlen wieder zum normal Zustand aufzuwärmen.

Auch der Gang unters Solarium für Gelenkkranke Pferde ohne vorherige oder anschließende Arbeit unter dem Sattel profitieren von der heilenden Strahlung des Infrarotlichts.

Richtig angewendet und mit dem nötigen Hintergrundwissen trägt ein Solarium tatkräftig zum Wohlfühlfaktor eines jeden Pferdes bei .

LisaMariaPrüfel